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Ostern in Ghana

Autor: Maike | Datum: 15 April 2013, 00:28 | Kommentare deaktiviert

Ostern habe ich in Hodzo- Achianse, Michelle‘s Dorf, gefeiert. Hodzo- Achianse  ist ein Dorf von rund 200 Einwohnern und liegt ca. 40 Minuten außerhalb von Ho. Die 4 Dörfer der Gemeinde Hodzo, wechseln sich jährlich mit der Austragung der Osterfeier ab. So kommen alle Dörfer in einem Dorf zusammen, zudem sind viele Leute von außerhalb zu Besuch.

Ostersamstag haben Michelle und ich, uns mit großem  „Eier färben“ in Osterstimmung gebracht. Ein Teil der Ostereier haben wir  an unsere Nachbarn verschenkt. Sie haben sich sehr gefreut, waren jedoch skeptisch was es mit diesen bunten Eiern auf sich hat und haben mehrmals nachgefragt, ob sie auch wirklich essbar sind. Joy, ein Freund von uns, dachte als wir ihm ebenfalls ein paar Eier gaben, dies wären Eier von tropischen Vögeln. Zudem war es sehr schwer zu erklären, warum wir als Oster-Tradition Eier bemalen.Nach dem ersten Ostereier verteilen, ging es dann mit Michelle und Luise nach Hodzo.

An dem Abend hat die Jugend eine Party organisiert und es wurde bis spät in die Nacht getanzt. Wir sind dann morgens um 4 Uhr aufgestanden, da das Dorf um an die Auferstehung Jesu zu gedenken um 4 ein Zug in die umliegenden Dörfer startet. Alle sind komplett weiß angezogen und zieht gemeinsam singend und trommelnd zu den anderen Dörfern. Früher haben sich die umliegenden Dörfer angeschlossen oder man hat sich auch der Mitte der Straße getroffen. Jedoch lässt die Begeisterung für diese Traditionen seit einigen Jahren immer mehr nach. Anschließend stand ein Gottesdienst auf dem Programm. Der Gottesdienst sollte um 10 Uhr beginnen und begann, ganz nach ghanaischer Pünktlichkeit, um 12 Uhr. Der Gottesdienst war in zwei Parts geteilt. Der erste Part bestand aus vielen musikalischen Einlagen, der Predigt und einigen Bibelversen, während der zweite Part eher auf die Spenden ausgelegt war. Denn die Osterfeier wurde mit einer Spendenfeier für den Bau einer Bäckerei zusammengelegt. Nach dem 6-stündigem Gottesdienst, wurde ein Fußballspiel zwischen den Dörfern veranstaltet. Anschließend sollte es weiteres Abendprogramm mit Trommeln, Tanzen und Singen geben, jedoch wurde dies auf Grund eines heftigen Regens abgesagt.

Ostermontag war Picknick-Tag, jedoch läuft der Picknick-Tag hier anderes ab, als man es sich vorstellt. Wir dachten, es würde eine große Tafel aufgebaut werden an der alle gemeinsam Essen. Jedoch bestand der Picknick-Tag aus einem weiterem 6-stündigem Programm und gegessen hat man in seinen Familien. Bei dem Programm kamen wieder alle Dörfer zusammen und es wurde viel getanzt und gesungen. Zudem haben einige Chiefs Reden gehalten und es wurden wieder einige Spendenaktionen gemacht. Wir hatten für das Dorf weitere Ostereier mitgebracht und dachten, dass man sie einfach auf die Tafel stellt und sich jeder eins nehmen kann. Da es ja keine Tafel gab und es auch soviel zu viele Gäste waren, haben die Chiefs und Dorfältesten entschieden, dass die Ostereier verkauft werden und der Erlös der Bäckerei zu Gute kommt. Die Ghanaer waren ganz verrückt nach den „deutschen Eiern“ und haben eine Menge Geld dafür bezahlt..

Es war ein Wochenende mit sehr viel Reden und Gottesdienst, jedoch möchte ich diese Erfahrung nicht missen. Ich fand es sehr anstrengend, bei den doch recht heißen Temperaturen solange still zu sitzen und einem Programm zu zuhören, bei dem man mehr als die Hälfte nicht versteht, da Ewe gesprochen wird. Jedoch war es spannend zusehen, wie Ghanaer Ostern feier. Zudem ist man mit vielen neuen Leuten in Kontakt gekommen, hatte interessante Gespräche und man merkte anhand der großen Hilfsbereitschaft und den vielen Essens-Einladungen, wiedereinmal wie Gastfreundlich die ghanaische Bevölkerung ist.