VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Alena | Anne | Annika | Augustin | Freddy | Janina | Lars | Lena K | Lena S | Luise | Maike | Manuel | Maren | Mona | Nele | Sebastian | Viola | Wiebke | Yasha

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Mobile Clinic

Autor: Maike | Datum: 09 November 2012, 14:00 | Kommentare deaktiviert

Ich hab jetzt meine Arbeit bei der Mobile Clinic begonnen und es hat mir super viel Spaß gemacht. Daher möchte ich euch mal von meinen Erlebnissen berichten.

Erstmal zum Allgemeinen.. Was ist die Mobile Clinic? Die MC ist ein Auto von der EPChurch, welches 4mal im Monat in die Dörfer der Umgebung fährt, welche keine Ambulanzen haben. Denn in Ghana muss jedes Kind, bis zum Alter von 5Jahren, einmal im Monat gewogen und untersucht werden. Die MC ist dafür da, dass dies auch in den abgelegeneren Dörfern geschieht.

Bei meinem ersten Trip ging es in die beiden Dörfer Dorkpo und Kpetsu. Eigentlich sollte es um 6Uhr morgens losgehen, aber es kam keiner. Ich dachte schon, dass sie mich vergessen haben, da ich auch keinen an dem Haus gesehen habe. Jedoch sind sie, da dann erst der Fahrer kam, einfach erst um 8Uhr losgefahren.  Gott sei Dank, haben sie mich dann auch noch gefunden. Nach dieser ersten Startschwierigkeit ging es mit dem Pickup zum ersten Dorf Dorkpo.

Der Pickup ist schon eine Sache für sich, zum einen mussten wir ihn immer anschieben, da er sonst nicht startet und zum anderen ging, sehr zu Freude unseres Fahrers, die Motorhaube immer wieder auf und er hat sich köstlich darüber amüsiert, dass wir Mädels da vorne standen und sie immer wieder aufgemacht und zugeknallt haben, bis sie endlich für die nächsten paar Kilometer hielt. Aber der Fahrer ist eh eine Marke für sich, zum Beispiel hupt er wie wild sobald er jemanden kennt (und er kennt viele), winkt aus dem Fenster und schreit (mal geschrieben wie er es ausspricht) „Wazz upp“. Einfach herrlich! J

 Dorkpo ist ein Dorf, wie man es in vielen Filmen als typisch afrikanisches Dorf vermittelt bekommt. Nachdem man die asphaltierte Straße verlassen hat, geht es ein gutes Stück über etwas größere unasphaltierte Straßen. Nach einiger Zeit biegt man in eine Art Feldweg ein. Ich dachte mir dann, dass das Dorf ja bald kommt. Vorallem da unser Fahrer bei allen Häusern wie verrückt hupte. Aber dem war nicht so.  Wir fuhren immer wieder an Häusern vorbei die zwischen den Bäumen und Gräsern versteckt waren, irgendwann konnte man den Weg nichtmals mehr Feldweg nennen und stellenweise sind wir fast in Schlammlöchern stecken geblieben. Irgendwann endete der Weg in einer Art Lichung. Heißt, die Gräser und Bäume lichteten sich und man sah einen großen roten Platz auf dem ganz viele kleine Lehmhütten standen. Das war das Dorf Dorkpo. Wir wurden freudig begrüßt und man stellte für uns zwei Tische und ein paar Stühle unter den größten Baum. So konnten wir mit dem Entladen beginnen. Als wir alles entladen hatten, bauten wir auf. An einen Ast wurde die Wage gehangen und auf einem Tisch wurden Medikamente aufgebaut. Nachdem dies geschehen war, sammelten wir die Bücher der Kinder ein. Das sind Bücher in denen die Krankheiten, Impfungen und das Gewicht des Kindes dokumentiert ist. Dann werden diese Bücher durchgesehen und wenn es gerade anfällt werden die Kinder gegen Masern, Gelbfieber und ähnliches geimpft. Zudem bekommen sie ab und zu Vitamine. Nachdem dies geschehen ist, werden die Kinder nach und nach gewogen und das Gewicht wird genaustens dokumentiert. Anschließend muss jede Mutter an den Tisch mit den Medikamenten kommen, denn dort wird sie gefragt ob das Kind irgendwas hat und es wird nochmal ein Blick auf das Kind geworfen. Falls das Gewicht runtergegangen ist, wird nochmal genaustens nachgefragt. Sollte das Kind irgendwelche Beschwerden hat, bekommt die Mutter Medikamente vorgeschlagen und kann diese zu einem günstigeren Preis, als in der Apotheke kaufen. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Mutter wieder gehen. Momentan werden nebenbei noch Helfer in den einzelnen Dörfern ausgebildet, sodass auch in der Zeit in der die MC nicht da ist, ein Auge auf die Kinder geworfen wird und die ersten Anzeichen von Malaria und Ähnliches sofort erkannt werden. Anschließend kommen die Mütter dran und bekommen Impfungen, die Pille und was sie sonst noch brauchen. Das alles wird in das“ Family Planning Book“ eingetragen. Nachdem das alles passiert ist kommen noch die anderen Dorfbewohner mit Beschwerden und die Alten und bekommen Medikamente. Die ganze Untersuchung der Kinder kostet pro Kind 20Pesuwa heißt umgerechnet ca. 5Cent. So ist es für jeden möglich, das Kind untersuchen zulassen. Danach wurde alles wieder verstaut und wir haben noch ein Huhn als Dank bekommen.

Anschließend wurde der Pickup wieder angeschoben und wir fuhren nach Kpetsu. An Keptsu sind wir schon auf dem Hinweg vorbei gefahren. Es ist ein etwas größeres Dorf an einer relativ großen Straße, dort begann alles von vorne. Jedoch gab es dort auch einige Neugeborene. Das jüngste war gerade mal 3Tage alt. Für sie musste dann noch ein neues Buch angelegt werden und dann wurden sie kurz untersucht und gewogen. Ein Highlight wärend wir dort waren, war eine Gruppe „Jewu´s“ , welche von Einheimischen gezeigt bekommen haben, wie man auf eine Palme klettert um Kokosnüsse zuernten. Natürlich wurde es direkt an dem Platz gemacht, wo wir mit den ganzen Müttern saßen, sodass sich das ganze Dorf drüber beömmelt hat, wie sie immer wieder an der Palme runterrutschten und keiner auch nur in die Nähe einer Nuss kam. :D  Als wir dann auch dort fertig waren, wurde unser Wagen wieder beladen, angeschoben und es ging mit ein paar Leuten hinten auf der Ladefläche drauf nach Hause. Nach und nach wurden die Leute hinten auf der Ladefläche in den einzelnen Dörfern abgesetzt. Nach über 10Stunden kamen wir dann wieder in Ho an. An diesem Abend bin ich glücklich, aber super erschöpft ins Bettchen gefallen.

Mir hat es so super gut gefallen, dass ich es schade finde das es nur 4mal im Monat ist. Denn die Menschen in den Dörfern sind noch herzlicher als in Ho. Man merkt richtig wie sie die MC zuschätzen wissen und sie freuen sich so riesig, wenn man sich mit ihnen unterhält und versucht einige Wörter Ewe zulernen. Das nächste Mal werde ich wahrscheinlich einige Fotos machen, sodass ihr auch ein paar Bilder als Eindrücke habt.

Normal 0 false false false EN-US X-NONE X-NONE