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Die Hochzeitsglocken läuten

Autor: Maike | Datum: 13 Oktober 2012, 19:49 | Kommentare deaktiviert

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Vor kurzem hat unser Ansprechpartner Godwin geheiratet. Wir waren auch eingeladen und durften so das erste Mal eine ghanaische Hochzeit erleben. Es war ganz spannend, denn vom Ablauf war der Gottesdienst sehr ähnlich, nur zwischenzeitlich wurde es „typisch afrikanisch“, indem sie alle aufgestanden sind getanzt haben und einfach ihre Freude raus gelassen haben. Es wirkte, im Vergleich zu den meist eher ruhigeren und andächtigen kirchlichen Trauungen in Deutschland, wesentlich fröhlich und euphorischer. Sehr befremdlich fand ich allerdings, dass sie alle mit ihren Kameras nach vorne gegangen sind und gefilmt und fotografiert haben. Dass sie sich dem Brautpaar nicht vor die Füße geschmissen haben, damit sie dieses auch in der Vogelperspektive fotogarfieren können, war alles. Ich muss sagen, dass es mir besser gefällt wenn wie in Deutschland nicht während des Gottesdienst fotografiert wird oder nur ein Fotograf bei der kirchlichen Trauung tätig ist. Denn man hat dann als „Nicht-Fotograf“ wesentlich bessere Sicht auf das Brautpaar. Aber insgesamt war es ein schöner Gottesdienst. Anschließend wurden wir alle mit Autos und Bussen zur zweiten Location gefahren. Die kleinen Busse waren gnadenlos überfüllt und auch bei den Pickups sah es nicht besser aus. Die Menschen stapelten sich förmlich hinten auf der Ladefläche. Heiter kam man dann am Saal an. Es war so aufgebaut, dass das Brautpaar vorne mit den Trauzeugen auf einer Bühne an einem Tisch saß. Die Eltern und wichtigsten Bezugspersonen dahinter und der Rest der Gesellschaft saß wie im Theater in Stuhlreihen und hat auf die Bühne geschaut. Auf der Bühne wurden Reden gehalten und gepredigt. Zwischendurch haben ein paar Kinder- und Jugendliche Tänze aufgeführt. und anschließend gab es essen. Dabei wurden nach und nach die Reihen zum Büffet gebeten, wo ähnlich wie in einer Mensa, die Teller aufgefüllt wurden. Zudem konnte man sich trinken nehmen und dann hat man sich wieder auf seinen Platz gesetzt und mit dem Teller auf dem Schoß gegessen. Für deutsche Hochzeiten eigentlich völlig unvorstellbar, aber hier schien es das Normalste auf der Welt zu sein. Als der erste Tanz des Brautpaares begann, gab es einen Stromausfall, also wurden die Trommeln ausgepackt und selber gesungen und getanzt. Es war wirklich schön. Am frühen Abend wurde Schluss gemacht und die Gäste wieder nach Hause transportiert. Befremdlich war, dass das Personal die Deko auf der Bühne schon abriss, als das Brautpaar sich noch auf der Bühne befand. Aus europäisch versnobten Augen war es ganz und gar nicht so, wie man sich eine Hochzeitsfeier vorstellt. Jedoch war es rundum ein schönes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte und wie man so schön sagt: „Andere Länder, andere Sitten“! ;)

Ansonsten gibt es nichts viel Neues zu berichten. Die ersten Unterrichtsversuche verliefen relativ chaotisch, aber das macht zu mindestens bei mir in der Schule keinen großen Unterschied zum normalen Unterricht. Das Straßenprojekt konnten wir noch nicht besichtigen und da wir Godwin seit seiner Hochzeit noch nicht in Ruhe sprechen konnten, wurde es auch noch nicht geklärt an welchen Projekten wir noch teilnehmen können und möchten. Aber ich hoffe doch sehr, dass das mit der Mobile Clinic klappt. Denn da habe ich am meisten Lust zu. Zudem hat sich Luise als Friseur erprobt und mir die Haare geschnitten. Sie hat bestanden, es ist ganz gut geworden. Die Schneideergebnisse und die ersten Fotos werde ich, sobald wir Internet im Haus haben, hochladen. Da die technikbegabte Maike sowas lieber am eigenen, vertrautem Computer macht. Demnächst soll es dann auch mal ins Outback gehen. Wir müssen nur noch einen Fahrer organisieren.

 

So, das war das Neuste vom Neusten ;)

Eure,

Maike oder wie man hier so schön sagt „Maika“