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Neues aus dem Abenteuerurlaub

Autor: Maike | Datum: 29 September 2012, 19:08 | Kommentare deaktiviert

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Angekommen in Accra kam uns eine angenehme Wärme entgegen. Ab zur Passkontrolle, wo ich anscheinend so unschuldig aussah, das sie von mir keine Fingerabdrücke und Fotos haben wollten. Gerade aus dem Flughafen gekommen, kam uns Emmanuel der Verbindungsmann in Accra entgegen und brachte uns zum Guest House. Er sagte uns „early in the Morning“ würden wir Godwin treffen.

Am nächsten Morgen, haben  wir Godwin kennengelernt. Er und seine Frau begrüßten uns wirklich sehr herzlich. Sebastian, unseren Fahrer, konnten wir während der dreistündigen Fahrt nach Ho über einige Dinge ausfragen und die neue Heimat betrachten. Erstaunlicherweise wirkte die Landschaft gar nicht so fremd. Ich habe anderes erwartet, aber als wir aus dem Auto geguckt haben, hätten wir genauso gut durch Kroatien oder ähnliche Gegenden fahren können. Unsere Wohnung in Ho ist riesig und nach der Wahl der Zimmer, wir haben 5 Schlafzimmer, haben wir uns erst mal eingerichtet.  

Die erst Nacht war sehr unruhig, denn wir haben die Moschee um die Ecke, es ist momentan Yams-Festival (keine Ahnung ob das so geschrieben wird?) und bei uns nistet einen Vogel, der sich anhört wie eine nicht geölte Schaukel.  Zu Beginn haben wir uns SimCards und ein Fahrrad geholt. Nach einer kurzen Verschnaufpause hat uns ein Nachbar die Stadt zu Fuß gezeigt. Dabei konnte man wesentlich bessere Eindrücke sammeln, denn durch das Auto ist man immer etwas abgeschottet. Zudem durften wir unseren ersten, von vielen Stromausfällen erleben. Im Kerzenlicht kochen ist echt was schönes ;)

Die zweite Nacht in unserer Wohnung war schon wesentlich entspannter.  Man gewöhnt sich relativ schnell an die Geräuschkulisse. Unser erstes ghanaisches Essen war Abdulu (keine Ahnung ob es so geschrieben wird, es ist ghanaisches Brot welches ähnlich wie Stuten schmeckt).  Unseren ersten alleinigen Ausflug und Einkauf haben wir ohne uns zu Verlaufen gemeistert. Der erste Versuch zu Handeln klappte nicht so ganz, aber wir arbeiten daran. Im Gegensatz zu vielen Aussagen vorab, haben wir mitbekommen, dass die Leute uns nicht übers Ohr hauen wollen und uns die Preise nennen, welche uns die E.P Leute ebenfalls genannt haben. Es ist hier jedoch, gegen alle Erwartungen, sehr teuer. Man zahlt für Wasser und Nahrung fast genauso viel wie in Deutschland. Nur das heimische Obst und Gemüse kostet relativ wenig.

 Desweiteren habe ich eine „wunderschöne“ Lampe für mein Zimmer gebastelt, damit ich netteres Licht als das Neonlicht der Birne habe. Ich glaube, dass gefällt auch meinem Mitbewohner, unserem Hausgecko „Alfredo“, welcher mein Zimmer als Hauptquartier ausgesucht hat. Naja, so fühle ich mich beim schlafen nicht so einsam und brauch keine Angst vor Mücken haben ;)

Am Freitag hatten wir einen freien Tag, da der Geburtstag des ersten Präsidenten gefeiert wurde. Dabei passierte eigentlich nicht. Wir sind zum großen Markt gegangen, da an jedem 5Tag die Leute aus den umliegenden Dörfern kommen und ihre Ware verkaufen. Der Markt war wirklich faszinierend. Es ist wie man sich einen schönen Markt vorstellt, überall gibt es frisches Obst und Gemüse. Die Kräuter- und Gewürzdüfte sind in der Luft. Einfach nur schön! 

Diesen Samstag ging das Yams-Festival zu Ende. Die Leute aus der Umgebung sind am Festplatz zusammen gekommen und haben gefeiert, viele waren traditionell bekleidet. Jedoch war es echt super schwül und daher haben wir nur 3 Stunden ausgehalten.

Sonntag sind wir dann zum Gottesdienst gegangen, da wir der Gemeinde vorgestellt wurden. Er fing um 7Uhr an und ging 2 Stunden, also für afrikanische Verhältnisse eine humane Länge. Es gab jedoch direkt zum Anschluss noch einen weiteren 3stündigen Gottesdienst. Der frühe Gottesdienst ist eher von den jungen Menschen besucht. Er wurde von einer Band und einen Gospelchor mit traditionellen Instrumenten begleitet.

In Ghana ist momentan Regenzeit, aber durch den Klimawandel regnet  seit einigen Jahren kaum noch. Die Regenzeit äußert sich durch, für afrikanische Verhältnisse, relativ kalte Temperaturen (es ist so um die gefühlte 30Grad) und dadurch, dass die Luftfeuchtigkeit höher ist.  Zudem ist es teilweise bewölkt, was für den Anfang ganz angenehm ist. Wir haben zu Anfang gar keinen Regen gehabt, aber momentan zeigt sich die Regenzeit durch heftige nachmittägliche Schauer.

Nun zu mir, also ich habe es glaub ich noch gar nicht realisiert das ich hier für die nächste Zeit wohnen werde. Es kommt einem immer noch so vor, als ob wir einen kleinen Abenteuerurlaub machen. Man wird, wie man glaube ich an der Länge und Ausführlichkeit des Textes erkennen kann, von Reizen und Eindrücken überflutet.  Aber bis jetzt muss ich sagen, bis jetzt bin ich begeistert.  Langsam gewöhne ich mich auch daran, dass ich „Maika“ und Luise „Luisa“ heißen. ;)

Wahrscheinlich beginnen wir diese Woche einigen unsere Stellen. Ich habe vor an einigen Tagen in einer Schule in dem Kindergarten zu unterrichten und die ganz Kleinen zu betreuen. Zusätzlich möchte ich bei der Mobile Clinic und dem Straßenkinderprojekt helfen. Die Mobile Clinic ist ein Bus der kirchlichen Ambulanz, welcher in die Dörfer und Gegenden ohne Ambulanzen.  Aber was davon klappt und was wie und wann sein wird, das ist noch ungewiss. Wir haben uns von Godwin gewünscht, dass wir einen Ewe-Lehrer bekommen. Denn ich denke dann kommt man  hier schon besser zurecht. Zudem hat er uns versprochen, dass er sich drum kümmert, dass wir die typisch ghanaische Gerichte wie eine ghanaische Suppe, Banku und Fufu kochen lernen. Bis jetzt hatten wir nur die Gelegenheit Fufu und Kochbananen zu essen.

Die besten Wünsche aus Ghana!

Eure,

Maike