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Ostern in Ghana

Autor: Maike | Datum: 15 April 2013, 00:28 | Kommentare deaktiviert

Ostern habe ich in Hodzo- Achianse, Michelle‘s Dorf, gefeiert. Hodzo- Achianse  ist ein Dorf von rund 200 Einwohnern und liegt ca. 40 Minuten außerhalb von Ho. Die 4 Dörfer der Gemeinde Hodzo, wechseln sich jährlich mit der Austragung der Osterfeier ab. So kommen alle Dörfer in einem Dorf zusammen, zudem sind viele Leute von außerhalb zu Besuch.

Ostersamstag haben Michelle und ich, uns mit großem  „Eier färben“ in Osterstimmung gebracht. Ein Teil der Ostereier haben wir  an unsere Nachbarn verschenkt. Sie haben sich sehr gefreut, waren jedoch skeptisch was es mit diesen bunten Eiern auf sich hat und haben mehrmals nachgefragt, ob sie auch wirklich essbar sind. Joy, ein Freund von uns, dachte als wir ihm ebenfalls ein paar Eier gaben, dies wären Eier von tropischen Vögeln. Zudem war es sehr schwer zu erklären, warum wir als Oster-Tradition Eier bemalen.Nach dem ersten Ostereier verteilen, ging es dann mit Michelle und Luise nach Hodzo.

An dem Abend hat die Jugend eine Party organisiert und es wurde bis spät in die Nacht getanzt. Wir sind dann morgens um 4 Uhr aufgestanden, da das Dorf um an die Auferstehung Jesu zu gedenken um 4 ein Zug in die umliegenden Dörfer startet. Alle sind komplett weiß angezogen und zieht gemeinsam singend und trommelnd zu den anderen Dörfern. Früher haben sich die umliegenden Dörfer angeschlossen oder man hat sich auch der Mitte der Straße getroffen. Jedoch lässt die Begeisterung für diese Traditionen seit einigen Jahren immer mehr nach. Anschließend stand ein Gottesdienst auf dem Programm. Der Gottesdienst sollte um 10 Uhr beginnen und begann, ganz nach ghanaischer Pünktlichkeit, um 12 Uhr. Der Gottesdienst war in zwei Parts geteilt. Der erste Part bestand aus vielen musikalischen Einlagen, der Predigt und einigen Bibelversen, während der zweite Part eher auf die Spenden ausgelegt war. Denn die Osterfeier wurde mit einer Spendenfeier für den Bau einer Bäckerei zusammengelegt. Nach dem 6-stündigem Gottesdienst, wurde ein Fußballspiel zwischen den Dörfern veranstaltet. Anschließend sollte es weiteres Abendprogramm mit Trommeln, Tanzen und Singen geben, jedoch wurde dies auf Grund eines heftigen Regens abgesagt.

Ostermontag war Picknick-Tag, jedoch läuft der Picknick-Tag hier anderes ab, als man es sich vorstellt. Wir dachten, es würde eine große Tafel aufgebaut werden an der alle gemeinsam Essen. Jedoch bestand der Picknick-Tag aus einem weiterem 6-stündigem Programm und gegessen hat man in seinen Familien. Bei dem Programm kamen wieder alle Dörfer zusammen und es wurde viel getanzt und gesungen. Zudem haben einige Chiefs Reden gehalten und es wurden wieder einige Spendenaktionen gemacht. Wir hatten für das Dorf weitere Ostereier mitgebracht und dachten, dass man sie einfach auf die Tafel stellt und sich jeder eins nehmen kann. Da es ja keine Tafel gab und es auch soviel zu viele Gäste waren, haben die Chiefs und Dorfältesten entschieden, dass die Ostereier verkauft werden und der Erlös der Bäckerei zu Gute kommt. Die Ghanaer waren ganz verrückt nach den „deutschen Eiern“ und haben eine Menge Geld dafür bezahlt..

Es war ein Wochenende mit sehr viel Reden und Gottesdienst, jedoch möchte ich diese Erfahrung nicht missen. Ich fand es sehr anstrengend, bei den doch recht heißen Temperaturen solange still zu sitzen und einem Programm zu zuhören, bei dem man mehr als die Hälfte nicht versteht, da Ewe gesprochen wird. Jedoch war es spannend zusehen, wie Ghanaer Ostern feier. Zudem ist man mit vielen neuen Leuten in Kontakt gekommen, hatte interessante Gespräche und man merkte anhand der großen Hilfsbereitschaft und den vielen Essens-Einladungen, wiedereinmal wie Gastfreundlich die ghanaische Bevölkerung ist.

 

Urlaubszeit ist eine schöne Zeit

Autor: Maike | Datum: 16 Januar 2013, 22:20 | Kommentare deaktiviert

Zu allererst wünsche ich Euch ein Frohes Neues Jahr  :)

Ich habe Silvester mit ungefähr 30 anderen deutschen Freiwilligen am Strand verbracht, mehr dazu später.  Denn meine Reise- und Urlaubszeit begann schon etwas früher..

Kurz vor Weihnachten reiste unsere WG mit zwei anderen Freiwilligen, welche ebenfalls in Ho und Umgebung wohnen, nach Accra um den Weihnachtseinkauf zu tätigen. Denn nachdem wir einige Zeit vor Weihnachten ein gemütliches Stollen-Essen mit anderen Freiwilligen hatten -an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an meine Mutter – beschlossen wir, dass auch Weihnachten in dieser Runde gefeiert werden sollte. Damit sich die Angst, das Weihnachten dieses Jahr für uns ausfällt, nicht bestätigt haben wir uns ein leckeres Essen gekocht.  Unser Menü, im weihnachtlich geschmücktem Außenbereich, sah wie folgt aus.. Burschetta mit Mozzarella zur Vorspeise, Nudeln mit Käse-Sahne-Soße als Hauptgang und zum Nachtisch Apfelkuchen, lecker! Nachdem wir gemütlich gegessen hatten, wurden die Geschenke ausgepackt. Als wir alle um unseren Weihnachtsbaum rumsaßen, kam richtig schöne Weihnachtsstimmung auf. Natürlich war es etwas ganz anderes als im Kreis der Familie zufeiern, jedoch ist Weihnachten definitiv auch dieses Jahr nicht ausgefallen. Abends haben wir noch eine Veranstaltung, welche uns vorab als traditionelle Musik- und Tanzveranstaltung verkauft wurde, besucht. Dem war nicht so.. die ganze Veranstaltung war nicht wirklich traditionell, sonder größtenteils haben welche Playback gerappt.

Am 25ten wurde ein ruhiger Tag eingelegt, denn hier in Ghana wird Weihnachten nicht wirklich groß gefeiert. Wir haben morgens den Weihnachtsgottesdienst besucht. Dieser war, anderes als erwartet, kleiner und unspektakulärer als die sonstigen Gottesdienst.  Danach haben wir einige Weihnachtsbesuche gemacht und Federball, das Set war ein Weihnachtsgeschenk von Bobby an seine Mädels, gespielt.

Nach diesem erholsamen Tag begann die große Reisezeit. Ich fuhr mit anderen Freiwilligen (Sinja, Michelle und Georg) und Prince, einem Ghanaer, nach Aflao. In Aflao, einem Küstenort direkt an der Grenze zu Togo, besuchten wir Prince Vater. Trotz der Herzlichkeit mit der uns Prince Familie begegnete, war mein Eindruck von der Stadt war nicht gerade positiv. Ich fande sie sehr unfreundlich und habe mich dort recht unwohl gefühlt.  Deshalb war ich auch sehr froh als wir wieder in Ho ankamen. Hier wurde ein kleiner Zwischenstopp eingelegt um nochmal Wäsche zu waschen und die letzten Vorbereitungen für die große Reise zutreffen.  

Silvester habe ich dann an einem wunderschönen Atlantikstrand verbracht. Da ich mit meiner Reisetruppe schon am 29ten angereist war, hatten wir die Möglichkeit vorher entspannende Strandtage einzulegen. Bei denen wir, neben dem üblichen schwimmen, spazieren und sonnenbaden, noch das Glück hatten Babyschildkröten zusehen.

Silvester wurde dann mit einem Lagerfeuer am Strand, stellenweise guter Musik und netten Leuten gefeiert. Während der Großteil am nächsten Morgen ausschlief, machte sich unsere Reisegruppe (bestehend aus Sinja, Michelle, Georg und mir) relativ früh auf um möglichst weit in den Norden zukommen. Dieser Plan ging auch auf und so kamen wir Abends in Tamale an. Dort nahmen wir uns ein Hotel um am nächsten Morgen in den Mole Nationalpark weiter zu fahren . „Al Hassan“, unser Hotel, war das bisher schlimmste Hotel in dem ich untergekommen bin. In den Zimmern funktionierten die Steckdosen und Glühbirnen nicht, was ja noch in Ordnung ist, aber die einzige Glühbirne die funktionierte explodierte und fing an zu brennen, das eine Zimmer konnte man nicht abschließen, die Sanitärenanlagen waren auch nicht gerade ein Highlight und zu allem Überfluss klopfte jemand um halb 5 Sturm und wollte uns mitteilen, dass unser Auto bereitstehe. Wir erklärten ihm also, dass wir kein  Auto gemietet haben und eigentlich noch ganz gerne schlafen würden. Dieses Gespräch wurde noch weitere 3mal geführt. Unser MetroMass zum Mole Park sollte um 13:30 losfahren, so sahen wir uns noch etwas Tamale an. Der Bus fuhr letztendlich pünktlich um 16:00 los. Im Bus erwartete uns die nächste Überraschung, denn man bekommt mit den Tickets Sitzplätze zu gewiesen und leider hatte jemand, damit mehr Gepäck verstaut werden kann, zwei Sitzbänke ausgebaut. So machten wir es uns dann mit einem Plastikstuhl, welcher von irgendjemanden mitgenommen wurde, und auf dem Gepäck gemütlich. Nach einer 5stündigen Fahrt kamen wir im Mole Nationalpark an, bezogen unser Zimmer und fielen in die Betten.  Am nächsten Morgen ging es dann um 7 auf eine zweistündige Fuß-Safari. Dabei hatten wir sogar das Glück Elefanten zu sehen. Natürlich gab es neben dem grauen Riesen auch  jede Menge andere Tiere zu beobachten. Wir kamen ganz in die Nähe von Antilopen, Affen, Warzenschweinen und weiteren Steppentieren. Zudem sahen wir jede Menge bunte Vögel in einer wunderschönen Landschaft. Allein diese Tour entschädigte die anstrengende Reise in den Mole Park. Mittags fuhren wir dann nach Larabanga, einem Dorf in der Nähe, bezogen dort eine andere Unterkunft und sahen uns eine der ältesten Moscheen Ghanas an. In Larabanga liehen wir uns Räder aus und machten nachmittags eine Radtour in den Mole Park, um an einer Jeep Safari teilzunehmen. Hierbei fährt man auf dem Dach eines Jeeps durch den Nationalpark. Nach diesem wunderschönen Tag im Mole Nationalpark, startete morgens um 4 unsere Rückfahrt. Diese wurde anstregender als gedacht. Unser ursprünglicher Plan war es bis nach Nkwanta zu fahren, um dort bei anderen Freiwilligen unterzukommen und ein Tag später das letzte Stück nach Ho zurückzulegen. Dieses, etwas umständlicheren, Weg wählten wir, da wir uns so erhofften etwas mehr von der Landschaft Ghanas zusehen. Jedoch warteten wir sechs Stunden in unserem TroTro von Tamale nach Bimbilla und als es dann letztendlich um 15Uhr losfuhr, waren wir mehr als fertig von dem Warten in der Sonne. Im Bimbilla kamen wir in einem überteuertem und unfreundlichem Hotel unter, aber nach diesem Tag wollten wir einfach nur ein Bett und eine Dusche haben.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder anderes aus und so machten wir uns auf, um das letzte Stück zu bewältigen. In Bimbilla erfüllte sich dann ein Traum von mir, denn wir konnten den Fahrer überreden uns auf dem Dach mitfahren zulassen. Normalerweise müssen und wollen die Weißen immer sicher und gut verpackt im TroTro sitzen, jedoch konnten wir dieses Mal den Fahrer überzeugen das wir schon nicht runterfallen werden und es auch wesentlich angenehmer finden oben zu sitzen. Auch wenn es oben wesentlich staubiger war, hat sich dieses Fahrt wirklich gelohnt. Denn man hat nicht nur Platz und frische Luft, sondern man sieht die Landschaft nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Die ganze Fahrt haben uns die Leute vom Straßenrand zugewinkt, da es für sie ein amüsanter und ungewohnter Anblick war die Weißen auf dem Dach zusehen. Nach ein paar weiteren TroTro-Fahrten kamen wir völlig fertig und dreckig in Ho an. Auch wenn die vielen TroTro-Fahrten wirklich strapazierend waren und man am Ende froh war zu Hause zu sein, hat sich dieser Urlaub auf jeden Fall gelohnt!

 

Bis demnächst, meine Lieben :)

(Fotos könnt ihr euch im Album ansehen, ich war leider nicht dazu in der Lage sie in den Eintrag zu intigrieren- ich Technikwunder Wink

 

Mobile Clinic

Autor: Maike | Datum: 09 November 2012, 14:00 | Kommentare deaktiviert

Ich hab jetzt meine Arbeit bei der Mobile Clinic begonnen und es hat mir super viel Spaß gemacht. Daher möchte ich euch mal von meinen Erlebnissen berichten.

Erstmal zum Allgemeinen.. Was ist die Mobile Clinic? Die MC ist ein Auto von der EPChurch, welches 4mal im Monat in die Dörfer der Umgebung fährt, welche keine Ambulanzen haben. Denn in Ghana muss jedes Kind, bis zum Alter von 5Jahren, einmal im Monat gewogen und untersucht werden. Die MC ist dafür da, dass dies auch in den abgelegeneren Dörfern geschieht.

Bei meinem ersten Trip ging es in die beiden Dörfer Dorkpo und Kpetsu. Eigentlich sollte es um 6Uhr morgens losgehen, aber es kam keiner. Ich dachte schon, dass sie mich vergessen haben, da ich auch keinen an dem Haus gesehen habe. Jedoch sind sie, da dann erst der Fahrer kam, einfach erst um 8Uhr losgefahren.  Gott sei Dank, haben sie mich dann auch noch gefunden. Nach dieser ersten Startschwierigkeit ging es mit dem Pickup zum ersten Dorf Dorkpo.

Der Pickup ist schon eine Sache für sich, zum einen mussten wir ihn immer anschieben, da er sonst nicht startet und zum anderen ging, sehr zu Freude unseres Fahrers, die Motorhaube immer wieder auf und er hat sich köstlich darüber amüsiert, dass wir Mädels da vorne standen und sie immer wieder aufgemacht und zugeknallt haben, bis sie endlich für die nächsten paar Kilometer hielt. Aber der Fahrer ist eh eine Marke für sich, zum Beispiel hupt er wie wild sobald er jemanden kennt (und er kennt viele), winkt aus dem Fenster und schreit (mal geschrieben wie er es ausspricht) „Wazz upp“. Einfach herrlich! J

 Dorkpo ist ein Dorf, wie man es in vielen Filmen als typisch afrikanisches Dorf vermittelt bekommt. Nachdem man die asphaltierte Straße verlassen hat, geht es ein gutes Stück über etwas größere unasphaltierte Straßen. Nach einiger Zeit biegt man in eine Art Feldweg ein. Ich dachte mir dann, dass das Dorf ja bald kommt. Vorallem da unser Fahrer bei allen Häusern wie verrückt hupte. Aber dem war nicht so.  Wir fuhren immer wieder an Häusern vorbei die zwischen den Bäumen und Gräsern versteckt waren, irgendwann konnte man den Weg nichtmals mehr Feldweg nennen und stellenweise sind wir fast in Schlammlöchern stecken geblieben. Irgendwann endete der Weg in einer Art Lichung. Heißt, die Gräser und Bäume lichteten sich und man sah einen großen roten Platz auf dem ganz viele kleine Lehmhütten standen. Das war das Dorf Dorkpo. Wir wurden freudig begrüßt und man stellte für uns zwei Tische und ein paar Stühle unter den größten Baum. So konnten wir mit dem Entladen beginnen. Als wir alles entladen hatten, bauten wir auf. An einen Ast wurde die Wage gehangen und auf einem Tisch wurden Medikamente aufgebaut. Nachdem dies geschehen war, sammelten wir die Bücher der Kinder ein. Das sind Bücher in denen die Krankheiten, Impfungen und das Gewicht des Kindes dokumentiert ist. Dann werden diese Bücher durchgesehen und wenn es gerade anfällt werden die Kinder gegen Masern, Gelbfieber und ähnliches geimpft. Zudem bekommen sie ab und zu Vitamine. Nachdem dies geschehen ist, werden die Kinder nach und nach gewogen und das Gewicht wird genaustens dokumentiert. Anschließend muss jede Mutter an den Tisch mit den Medikamenten kommen, denn dort wird sie gefragt ob das Kind irgendwas hat und es wird nochmal ein Blick auf das Kind geworfen. Falls das Gewicht runtergegangen ist, wird nochmal genaustens nachgefragt. Sollte das Kind irgendwelche Beschwerden hat, bekommt die Mutter Medikamente vorgeschlagen und kann diese zu einem günstigeren Preis, als in der Apotheke kaufen. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Mutter wieder gehen. Momentan werden nebenbei noch Helfer in den einzelnen Dörfern ausgebildet, sodass auch in der Zeit in der die MC nicht da ist, ein Auge auf die Kinder geworfen wird und die ersten Anzeichen von Malaria und Ähnliches sofort erkannt werden. Anschließend kommen die Mütter dran und bekommen Impfungen, die Pille und was sie sonst noch brauchen. Das alles wird in das“ Family Planning Book“ eingetragen. Nachdem das alles passiert ist kommen noch die anderen Dorfbewohner mit Beschwerden und die Alten und bekommen Medikamente. Die ganze Untersuchung der Kinder kostet pro Kind 20Pesuwa heißt umgerechnet ca. 5Cent. So ist es für jeden möglich, das Kind untersuchen zulassen. Danach wurde alles wieder verstaut und wir haben noch ein Huhn als Dank bekommen.

Anschließend wurde der Pickup wieder angeschoben und wir fuhren nach Kpetsu. An Keptsu sind wir schon auf dem Hinweg vorbei gefahren. Es ist ein etwas größeres Dorf an einer relativ großen Straße, dort begann alles von vorne. Jedoch gab es dort auch einige Neugeborene. Das jüngste war gerade mal 3Tage alt. Für sie musste dann noch ein neues Buch angelegt werden und dann wurden sie kurz untersucht und gewogen. Ein Highlight wärend wir dort waren, war eine Gruppe „Jewu´s“ , welche von Einheimischen gezeigt bekommen haben, wie man auf eine Palme klettert um Kokosnüsse zuernten. Natürlich wurde es direkt an dem Platz gemacht, wo wir mit den ganzen Müttern saßen, sodass sich das ganze Dorf drüber beömmelt hat, wie sie immer wieder an der Palme runterrutschten und keiner auch nur in die Nähe einer Nuss kam. :D  Als wir dann auch dort fertig waren, wurde unser Wagen wieder beladen, angeschoben und es ging mit ein paar Leuten hinten auf der Ladefläche drauf nach Hause. Nach und nach wurden die Leute hinten auf der Ladefläche in den einzelnen Dörfern abgesetzt. Nach über 10Stunden kamen wir dann wieder in Ho an. An diesem Abend bin ich glücklich, aber super erschöpft ins Bettchen gefallen.

Mir hat es so super gut gefallen, dass ich es schade finde das es nur 4mal im Monat ist. Denn die Menschen in den Dörfern sind noch herzlicher als in Ho. Man merkt richtig wie sie die MC zuschätzen wissen und sie freuen sich so riesig, wenn man sich mit ihnen unterhält und versucht einige Wörter Ewe zulernen. Das nächste Mal werde ich wahrscheinlich einige Fotos machen, sodass ihr auch ein paar Bilder als Eindrücke habt.

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Die Hochzeitsglocken läuten

Autor: Maike | Datum: 13 Oktober 2012, 19:49 | Kommentare deaktiviert

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Vor kurzem hat unser Ansprechpartner Godwin geheiratet. Wir waren auch eingeladen und durften so das erste Mal eine ghanaische Hochzeit erleben. Es war ganz spannend, denn vom Ablauf war der Gottesdienst sehr ähnlich, nur zwischenzeitlich wurde es „typisch afrikanisch“, indem sie alle aufgestanden sind getanzt haben und einfach ihre Freude raus gelassen haben. Es wirkte, im Vergleich zu den meist eher ruhigeren und andächtigen kirchlichen Trauungen in Deutschland, wesentlich fröhlich und euphorischer. Sehr befremdlich fand ich allerdings, dass sie alle mit ihren Kameras nach vorne gegangen sind und gefilmt und fotografiert haben. Dass sie sich dem Brautpaar nicht vor die Füße geschmissen haben, damit sie dieses auch in der Vogelperspektive fotogarfieren können, war alles. Ich muss sagen, dass es mir besser gefällt wenn wie in Deutschland nicht während des Gottesdienst fotografiert wird oder nur ein Fotograf bei der kirchlichen Trauung tätig ist. Denn man hat dann als „Nicht-Fotograf“ wesentlich bessere Sicht auf das Brautpaar. Aber insgesamt war es ein schöner Gottesdienst. Anschließend wurden wir alle mit Autos und Bussen zur zweiten Location gefahren. Die kleinen Busse waren gnadenlos überfüllt und auch bei den Pickups sah es nicht besser aus. Die Menschen stapelten sich förmlich hinten auf der Ladefläche. Heiter kam man dann am Saal an. Es war so aufgebaut, dass das Brautpaar vorne mit den Trauzeugen auf einer Bühne an einem Tisch saß. Die Eltern und wichtigsten Bezugspersonen dahinter und der Rest der Gesellschaft saß wie im Theater in Stuhlreihen und hat auf die Bühne geschaut. Auf der Bühne wurden Reden gehalten und gepredigt. Zwischendurch haben ein paar Kinder- und Jugendliche Tänze aufgeführt. und anschließend gab es essen. Dabei wurden nach und nach die Reihen zum Büffet gebeten, wo ähnlich wie in einer Mensa, die Teller aufgefüllt wurden. Zudem konnte man sich trinken nehmen und dann hat man sich wieder auf seinen Platz gesetzt und mit dem Teller auf dem Schoß gegessen. Für deutsche Hochzeiten eigentlich völlig unvorstellbar, aber hier schien es das Normalste auf der Welt zu sein. Als der erste Tanz des Brautpaares begann, gab es einen Stromausfall, also wurden die Trommeln ausgepackt und selber gesungen und getanzt. Es war wirklich schön. Am frühen Abend wurde Schluss gemacht und die Gäste wieder nach Hause transportiert. Befremdlich war, dass das Personal die Deko auf der Bühne schon abriss, als das Brautpaar sich noch auf der Bühne befand. Aus europäisch versnobten Augen war es ganz und gar nicht so, wie man sich eine Hochzeitsfeier vorstellt. Jedoch war es rundum ein schönes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte und wie man so schön sagt: „Andere Länder, andere Sitten“! ;)

Ansonsten gibt es nichts viel Neues zu berichten. Die ersten Unterrichtsversuche verliefen relativ chaotisch, aber das macht zu mindestens bei mir in der Schule keinen großen Unterschied zum normalen Unterricht. Das Straßenprojekt konnten wir noch nicht besichtigen und da wir Godwin seit seiner Hochzeit noch nicht in Ruhe sprechen konnten, wurde es auch noch nicht geklärt an welchen Projekten wir noch teilnehmen können und möchten. Aber ich hoffe doch sehr, dass das mit der Mobile Clinic klappt. Denn da habe ich am meisten Lust zu. Zudem hat sich Luise als Friseur erprobt und mir die Haare geschnitten. Sie hat bestanden, es ist ganz gut geworden. Die Schneideergebnisse und die ersten Fotos werde ich, sobald wir Internet im Haus haben, hochladen. Da die technikbegabte Maike sowas lieber am eigenen, vertrautem Computer macht. Demnächst soll es dann auch mal ins Outback gehen. Wir müssen nur noch einen Fahrer organisieren.

 

So, das war das Neuste vom Neusten ;)

Eure,

Maike oder wie man hier so schön sagt „Maika“

 

Neues aus dem Abenteuerurlaub

Autor: Maike | Datum: 29 September 2012, 19:08 | Kommentare deaktiviert

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Angekommen in Accra kam uns eine angenehme Wärme entgegen. Ab zur Passkontrolle, wo ich anscheinend so unschuldig aussah, das sie von mir keine Fingerabdrücke und Fotos haben wollten. Gerade aus dem Flughafen gekommen, kam uns Emmanuel der Verbindungsmann in Accra entgegen und brachte uns zum Guest House. Er sagte uns „early in the Morning“ würden wir Godwin treffen.

Am nächsten Morgen, haben  wir Godwin kennengelernt. Er und seine Frau begrüßten uns wirklich sehr herzlich. Sebastian, unseren Fahrer, konnten wir während der dreistündigen Fahrt nach Ho über einige Dinge ausfragen und die neue Heimat betrachten. Erstaunlicherweise wirkte die Landschaft gar nicht so fremd. Ich habe anderes erwartet, aber als wir aus dem Auto geguckt haben, hätten wir genauso gut durch Kroatien oder ähnliche Gegenden fahren können. Unsere Wohnung in Ho ist riesig und nach der Wahl der Zimmer, wir haben 5 Schlafzimmer, haben wir uns erst mal eingerichtet.  

Die erst Nacht war sehr unruhig, denn wir haben die Moschee um die Ecke, es ist momentan Yams-Festival (keine Ahnung ob das so geschrieben wird?) und bei uns nistet einen Vogel, der sich anhört wie eine nicht geölte Schaukel.  Zu Beginn haben wir uns SimCards und ein Fahrrad geholt. Nach einer kurzen Verschnaufpause hat uns ein Nachbar die Stadt zu Fuß gezeigt. Dabei konnte man wesentlich bessere Eindrücke sammeln, denn durch das Auto ist man immer etwas abgeschottet. Zudem durften wir unseren ersten, von vielen Stromausfällen erleben. Im Kerzenlicht kochen ist echt was schönes ;)

Die zweite Nacht in unserer Wohnung war schon wesentlich entspannter.  Man gewöhnt sich relativ schnell an die Geräuschkulisse. Unser erstes ghanaisches Essen war Abdulu (keine Ahnung ob es so geschrieben wird, es ist ghanaisches Brot welches ähnlich wie Stuten schmeckt).  Unseren ersten alleinigen Ausflug und Einkauf haben wir ohne uns zu Verlaufen gemeistert. Der erste Versuch zu Handeln klappte nicht so ganz, aber wir arbeiten daran. Im Gegensatz zu vielen Aussagen vorab, haben wir mitbekommen, dass die Leute uns nicht übers Ohr hauen wollen und uns die Preise nennen, welche uns die E.P Leute ebenfalls genannt haben. Es ist hier jedoch, gegen alle Erwartungen, sehr teuer. Man zahlt für Wasser und Nahrung fast genauso viel wie in Deutschland. Nur das heimische Obst und Gemüse kostet relativ wenig.

 Desweiteren habe ich eine „wunderschöne“ Lampe für mein Zimmer gebastelt, damit ich netteres Licht als das Neonlicht der Birne habe. Ich glaube, dass gefällt auch meinem Mitbewohner, unserem Hausgecko „Alfredo“, welcher mein Zimmer als Hauptquartier ausgesucht hat. Naja, so fühle ich mich beim schlafen nicht so einsam und brauch keine Angst vor Mücken haben ;)

Am Freitag hatten wir einen freien Tag, da der Geburtstag des ersten Präsidenten gefeiert wurde. Dabei passierte eigentlich nicht. Wir sind zum großen Markt gegangen, da an jedem 5Tag die Leute aus den umliegenden Dörfern kommen und ihre Ware verkaufen. Der Markt war wirklich faszinierend. Es ist wie man sich einen schönen Markt vorstellt, überall gibt es frisches Obst und Gemüse. Die Kräuter- und Gewürzdüfte sind in der Luft. Einfach nur schön! 

Diesen Samstag ging das Yams-Festival zu Ende. Die Leute aus der Umgebung sind am Festplatz zusammen gekommen und haben gefeiert, viele waren traditionell bekleidet. Jedoch war es echt super schwül und daher haben wir nur 3 Stunden ausgehalten.

Sonntag sind wir dann zum Gottesdienst gegangen, da wir der Gemeinde vorgestellt wurden. Er fing um 7Uhr an und ging 2 Stunden, also für afrikanische Verhältnisse eine humane Länge. Es gab jedoch direkt zum Anschluss noch einen weiteren 3stündigen Gottesdienst. Der frühe Gottesdienst ist eher von den jungen Menschen besucht. Er wurde von einer Band und einen Gospelchor mit traditionellen Instrumenten begleitet.

In Ghana ist momentan Regenzeit, aber durch den Klimawandel regnet  seit einigen Jahren kaum noch. Die Regenzeit äußert sich durch, für afrikanische Verhältnisse, relativ kalte Temperaturen (es ist so um die gefühlte 30Grad) und dadurch, dass die Luftfeuchtigkeit höher ist.  Zudem ist es teilweise bewölkt, was für den Anfang ganz angenehm ist. Wir haben zu Anfang gar keinen Regen gehabt, aber momentan zeigt sich die Regenzeit durch heftige nachmittägliche Schauer.

Nun zu mir, also ich habe es glaub ich noch gar nicht realisiert das ich hier für die nächste Zeit wohnen werde. Es kommt einem immer noch so vor, als ob wir einen kleinen Abenteuerurlaub machen. Man wird, wie man glaube ich an der Länge und Ausführlichkeit des Textes erkennen kann, von Reizen und Eindrücken überflutet.  Aber bis jetzt muss ich sagen, bis jetzt bin ich begeistert.  Langsam gewöhne ich mich auch daran, dass ich „Maika“ und Luise „Luisa“ heißen. ;)

Wahrscheinlich beginnen wir diese Woche einigen unsere Stellen. Ich habe vor an einigen Tagen in einer Schule in dem Kindergarten zu unterrichten und die ganz Kleinen zu betreuen. Zusätzlich möchte ich bei der Mobile Clinic und dem Straßenkinderprojekt helfen. Die Mobile Clinic ist ein Bus der kirchlichen Ambulanz, welcher in die Dörfer und Gegenden ohne Ambulanzen.  Aber was davon klappt und was wie und wann sein wird, das ist noch ungewiss. Wir haben uns von Godwin gewünscht, dass wir einen Ewe-Lehrer bekommen. Denn ich denke dann kommt man  hier schon besser zurecht. Zudem hat er uns versprochen, dass er sich drum kümmert, dass wir die typisch ghanaische Gerichte wie eine ghanaische Suppe, Banku und Fufu kochen lernen. Bis jetzt hatten wir nur die Gelegenheit Fufu und Kochbananen zu essen.

Die besten Wünsche aus Ghana!

Eure,

Maike